Umsetzung der SILEK-Maßnahmen – 2. Teil
LANDSCHAFTSBÜRO Pirkl-Riedel-Theurer
KULTUR LANDSCHAFT ROSSDORF
Umsetzung der SILEK*-Maßnahmen – 2. Teil
Im Mai 2010 wurden in der Schlussveranstaltung des SILEK* Roßdorf-Erbsenbach
(SILEK* = Schwerpunktbezogenes Ländliches Entwicklungskonzept) die vielen guten
Ideen für die Landschaft von Roßdorf und Gundernhausen vorgestellt, die wir gemeinsam
mit den engagierten Arbeitskreisteilnehmern erarbeitet hatten (SILEK-Text und Maßnahmenbeschreibungen
auf www.rossdorf.de unter „Aktuelles“). Rainer Landzettel (Umweltamt
Roßdorf) und Ralf Theurer (LANDSCHAFTSBÜRO PRT) berichteten am 10. November
in der „Sonne“ in Roßdorf bei dem 1. Treffen der „Interessengemeinschaft Kultur+
Landschaft Roßdorf“ über den neuesten Stand und das weitere Vorgehen.
Über die guten Chancen für die Umsetzung der Maßnahmen zur Sanierung des Erbsenbaches
haben wir Sie im Roßdörfer Anzeiger am 9. Dezember informiert. Aber wie sieht
es mit den vielen interessanten Ideen und Maßnahmen im Themenbereich „Erholung und
Umweltbildung“ aus? Die Gemeinde kann und darf bei der derzeitigen Haushaltslage solche
Maßnahmen nicht finanzieren. Wir müssen daher andere Finanzierungsmöglichkeiten
finden. Dazu haben wir mit Frau Michelssen und Frau Meyer-Marquart (unsere SILEKModeratorin),
die beim Landkreis für das Regionale Entwicklungskonzept (REK) zuständig
sind, ein Gespräch geführt. Es zeigte sich, dass die SILEK-Ideen wichtige Beiträge zu
mehreren „Strategischen Entwicklungszielen“ dieses Landkreiskonzeptes liefern können
(siehe REK-Text im Internet: www.region-darmstadt-dieburg.de/regionalentwicklung).
Somit könnten einige im SILEK-Prozess erarbeitete Maßnahmen zu 50 % aus diesem
EU-Fördermitteltopf finanziert werden. Für die andere Hälfte der Kosten müssen noch Kofinanzierungspartner
gefunden werden. In Frage kommen dafür vor allem Firmen, Stiftungen
etc.; falls Sie Vorschläge, Kontakte zu entsprechenden Partnern haben, lassen Sie es
uns bitte wissen. Positiv für die Chancen auf Fördermittel wird sich auch auswirken, dass
Roßdorf im nächsten Jahr dem Geopark Odenwald beitreten wird. Als Voraussetzung für
die Beantragung der REK-Gelder und die Überzeugung von Firmen zur Kofinanzierung ist
ein Umsetzungskonzept erforderlich, in dem alle vorgesehenen Maßnahmen einschließlich
der entstehenden Kosten konkret beschrieben sind.
Was soll im Themenbereich „Erholung und Umweltbildung“ entstehen? Vorgesehen sind
„Stationen“ in der Landschaft an denen Spaziergänger über unsere Kulturlandschaft informiert
werden, denn viele interessante Dinge in unserer Landschaft sind ohne das entsprechende
Wissen nicht sichtbar oder vielen Leuten nicht bekannt. Dabei sollen alle Facetten
unserer Landschaft behandelt werden: von der Geologie über Pflanzen und Tiere
bis hin zu den historischen Spuren von der Steinzeit über die Römer bis in die jüngere
Vergangenheit. Außerdem möchten wir ihnen Zusammenhänge bewusst machen z.B. von
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der Entwicklung der Kulturlandschaft durch die Landwirtschaft und deren heutigen Funktionen
in der Landschaft oder wer weiß schon, dass durch die Gemeinde eine Wasserscheide
zwischen Main und Rhein verläuft oder dass sich hier Schutzgebiete von EURang
befinden? Auch Mythologie, Geschichte und Geschichten können einem breiten
Publikum erzählt werden und es wäre auch eine schöne Gelegenheit, beispielsweise den
Schöpfungsgedanken aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Religionen zu reflektieren.
Ziel dabei ist, das Bewusstsein für die Vielfalt und Schönheit unserer Landschaft in der
Bevölkerung zu verbessern. Die Themen sollen anschaulich unter Einbeziehung von verschiedenen
Fachleuten behandelt werden, beispielsweise könnte über die Kunst verborgenes
sichtbar gemacht werden. Wir haben vor, hier auch neue Wege zu gehen; so soll
keine „Verschilderung“ der Landschaft durch große Infotafeln mit ausführlichen Texten erfolgen.
Ganz wichtig sind uns auch gut gestaltete Rastplätze, Betonung von besonderen
Ausblicken etc. damit auch die Erholung (heute bekannt als „chillen“) nicht zu kurz kommt
und nebenbei gibt es noch einiges Wissenswertes zu erfahren. Die Verbindung zwischen
den „Stationen“ erfolgt überwiegend über vorhandene Wege. Das Ganze kann und soll
natürlich nicht auf einmal entstehen, sondern mit ein paar „Stationen“ begonnen und dann
jedes Jahr ergänzt werden, so dass es immer wieder interessant ist, die Wege zu begehen
und Neues zu entdecken.
Sie werden denken, die haben sich ja viel vorgenommen und da haben Sie zweifellos
recht. Schauen wir mal, was möglich ist und wir freuen uns über jede Unterstützung, vielleicht
gibt es ein Thema, bei dem Sie gerne mitwirken möchten. Bei dem 1. Treffen am
10. November 2010 haben sich ca. 15 Personen dazu bereit erklärt, den Umsetzungsprozess
aktiv zu begleiten. Wer noch mitwirken will oder Ideen hat, kann sich bei Ralf Theurer
(ralf.theurer@landschaftsbuero.net) melden. Wir sind auch auf der Suche nach einem
ansprechenden Logo und einem „knackigen“ Begriff für unsere Projekte zu „Kultur+
Landschaft Roßdorf“. In Roßdorf und Gundernhausen gibt es so viele kreative Bürger
– haben Sie eine Idee? Vorschläge können Sie gerne an die obige Emailadresse oder an
Rainer Landzettel bei der Gemeinde schicken.
Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten und wünschen Ihnen schöne Weinachten
und Zufriedenheit im neuen Jahr
Ralf Theurer und Rainer Landzettel



