Mäanderbrezeln für einen schwungvollen Start mit vielen Ideen

Mäanderbrezeln für einen schwungvollen Start mit vielen Ideen

 

Kunstpfad am Erbsenbach - Verbindungsweg vom Rehberg zum Roßberg - Tafeln oder Hörstationen mit Geschichte und Geschichten - Förderung von Blühflächen - Überflüssige Feldwege an den Bach legen - Aufwertung des Riedsbaches – Mäanderbrezel soll vermarktet werden - …

Das ist nur eine kleine Auswahl der über siebzig interessanten Vorschläge, die die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum SILEK Roßdorf – Erbsenbach an die Pinwände geheftet haben. Die Veranstalter waren begeistert über den erfolgreichen Start des Erbsenbach-Projektes. Gut hundert Leute sind am 7. Oktober in den Sonnensaal gekommen und haben nach motivierenden Einführungsvorträgen gleich die Initiative ergriffen und ihre Ideen auf farbige Zettel geschrieben. Doch dabei blieb es nicht: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wollen auch in den nächsten Monaten aktiv in den Arbeitsgruppen am SILEK Roßdorf – Erbsenbach mitwirken. Zur Stärkung und Inspiration der Teilnehmer standen die eigens kreierten und von der Bäckerei Stühlinger liebevoll gebackenen Erbsenbach-Mäander-Brezeln zur Verfügung (siehe Foto).

Unsere Bürgermeisterin Christel Sprößler erläuterte in ihrer Einführung, wie bei der Renaturierung des Erbsenbaches zwischen Roßdorf und Gundernhausen die Idee zur Sanierung des gesamten Baches entstand und dass die Verbesserung des Baches notwendig ist, um die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Anschließend unterstrich auch Ortslandwirt Karlheinz Rück die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, betonte aber, dass der Verlust an landwirtschaftlichen Flächen so gering wie möglich bleiben muss, damit die Betriebe weiterhin existieren können.

Herr Hadtstein vom Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation in Wetzlar, das dieses Projekt fördert, informierte über die Hintergründe und Ziele des SILEK-Programmes. Roßdorf ist in Hessen erst die vierte SILEK-Gemeinde. Wichtig ist dabei der intensive Beteiligungs- und Abstimmungsprozess, der vor allem dazu dienen soll, dass unterschiedliche Interessen zusammengeführt und gemeinsam akzeptable Lösungen entwickelt werden. Er betonte, dass dabei Bürgerinnen und Bürger die wesentlichen Akteure sind. Nach diesen Einführungen stellte die Moderatorin Dorte Meyer-Marquart sehr anschaulich den ungewöhnlichen Projektablauf vor. Sie erläuterterte, dass das SILEK (Schwerpunktbezogenes Integriertes Ländliches EntwicklungsKonzept) ein Werkzeug darstellt, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und Pläne zu schmieden. Die Bürger sollen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam nachdenken über: die Situation heute - die Zukunft - und was dafür zu tun ist. Sie stellte dann die Themen vor, die dabei behandelt werden:

-                 Gewässerentwicklung & Ökologie

-                 Landwirtschaft & Agrarstruktur

-                 Naherholung & Umweltbildung

Mit einer Überraschung startete der mit dem Projekt beauftragte Landschaftsplaner Ralf Theurer seinen anschaulichen Einstieg in die drei Themenbereiche. Er zeigte einen Film von einem Flug über den Erbsenbach und verschaffte so aus ungewohnter Perspektive Blicke auf das Gewässer und seinWassereinzugsgebiet von der Quelle bis zur Mündung. Mit zahlreichen anschaulichen Fotos wurden die Teilnehmer über viele interessante Punkte informiert und dazu motiviert, selbst Interesse und Ideen zu entwickeln. Neben reizvollen Stellen wurden Probleme nicht ausgespart, wie zum Beispiel gewässerbelastende Stoffeinträge, Begradigungen. Im Bereich Landwirtschaft wurde als ein wichtiges Beispiel die dringend erforderliche Sanierung einiger landwirtschafticher Wege angesprochen. Besonders das dritte Thema „Naherholung & Umweltbildung“ hat das Engagement der Bürger beflügelt. Interessant war die Gegenüberstellung des früheren und heutigen Verlaufs des Erbsenbaches in einer historischen Karte von 1875 mit einem aktuellen Luftbild: der vor vielen Jahrzehnten verlegte Bachlauf war aus der Luft noch sehr deutlich im Acker am Bewuchs erkennbar.

Nun waren die Bürgerinnen und Bürger an der Reihe und wie eingangs beschieben, machten sie regen Gebrauch von ihren Mitwirkungsmöglichkeiten.

 

Landschaftsplaner Theurer hob besonders hervor, dass bereits vorhandene Planungen und Ideen aus dem Landschaftsplan, Agenda 21, Blühendes Roßdorf ebenfalls in das umsetzungsorientierte SILEK aufgenommen werden und dadurch neue Chancen für eine Realiserung bestehen.

Wie geht es nun weiter? Als nächstes kommt die erste Runde der Arbeitskreis-Veranstaltungen, die für November vorgesehen sind. Die genauen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Personen, die sich in die Listen eingetragen haben, werden persönlich eingeladen. Wer bei der Auftaktveranstaltung nicht dabei sein konnte oder jetzt Interesse bekommen hat, kann jederzeit noch einsteigen und mitwirken oder Vorschläge, Informationen, Fotos etc. liefern.

 

Kontaktadressen: Rainer Landzettel vom Umweltamt der Gemeinde, Tel. 06154/808-205, Email: ralandzettel(at)rossdorf.de

 

oder

 

Ralf Theurer vom LANDSCHAFTSBÜRO PRT, Email: ralf.theurer(at)landschaftsbuero.net.